Aktiv-Wochen im Lernprogramm Erlebnis Bauernhof
Schüler erhalten tiefe Einblicke in den Arbeitsalltag einer Schäferei

Mann steht vor einem Stall mit Schafen und erklärt Kindern etwasZoombild vorhanden

Lernprogramm Erlebnis Bauernhof

Im Frühling 2026 startet das außerschulische Lernprogramm Erlebnis Bauernhof mit den sogenannten Aktiv-Wochen in eine neue Saison. In authentischer Umgebung erhalten Schülerinnen und Schüler unvergessliche Einblicke in Abläufe und Arbeiten auf landwirtschaftlichen Betrieben. Selbst anpacken, Tiere füttern, Getreide mahlen oder Eier sortieren – neben praktischen Erfahrungen sammeln Kinder auch viel Wissenswertes über den Bauernhof bei der Teilnahme am Lernprogramm.

Aktuell sind mehr als 900 Betriebe für das Lernprogramm in ganz Bayern qualifiziert; allein über 42 Betriebe im Dienstgebiet des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ingolstadt-Pfaffenhofen. Einer davon ist die Schäferei Eichhorn in Schernfeld im Landkreis Eichstätt. Betriebsleiter Matthias Eichhorn begrüßte zum Start der Aktiv-Wochen 23 Schülerinnen und Schüler der Realschule Schwabmünchen zusammen mit ihren Lehrkräften. An vier Stationen konnten die Kinder nicht nur ihr Wissen testen, sondern auch mithelfen.

Was macht eine Schäferei?

Damit hatten die Kinder der 7. Klasse nicht gerechnet: dass man sein eigenes Wort nicht mehr verstehen konnte. Doch wenn 280 Mutterschafe und ihre Lämmer die Gäste begrüßen, kann es laut werden. Deshalb klärte Betriebsleiter Matthias Eichhorn noch vor dem Stall die Schülerinnen und Schüler über die Arbeitsschwerpunkte einer Schäferei auf. In erster Linie betreiben Schäfereien Kultur- und Landschaftspflege. Sie sorgen beispielsweise für den Erhalt von Magerrasen oder Wacholderheiden. Durch die Beweidung können die Schafe auf steilen Hängen verhindern, dass wertvolle Flächen verbuschen und zuwuchern, erklärte Eichhorn und ergänzte, dass dies zur Artenvielfalt beitrage. Der Lebensraum für seltene und vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten bleibe durch die grasenden Schafe erhalten.

Wie sieht der Alltag der Herden aus?

Schüler stehen um einen Mann, der etwas über Schafe gefragt hatZoombild vorhanden

Frage nach der Länge der Trächtigkeit

Weiter beschrieb der Betriebsleiter den gewöhnlichen Alltag einer Schäferei. Mit zwei Herden ist der Betrieb in der Regel von April bis Dezember draußen unterwegs; die Schäfer und Hütehunde sorgen für die Sicherheit der Herde. Am Abend sind die Schafe durch einen mobilen Weidezaun geschützt und gleich am nächsten Morgen weiden sie weiter. Die trächtigen Schafe bleiben bis zum Ablammen auf dem Betrieb, weshalb der Stall gerade voll ist – ganz zur Freude der Schulklasse. Die kleinen Lämmer waren der Höhepunkt des Tages. Wie lange ein Schaf trächtig sei und ab wann ein Lamm allein esse, wollte Eichhorn von den Kindern wissen. Nach einigen Versuchen kamen die Schüler auf die richtige Antwort: 5 Monate und 3-4 Wochen.
Mann steht hinter einem Biertisch und erklärt Schaubilder

Betriebsführung

Kinder streicheln Lämmer

Gefragtes Fotomotiv

Lamm steht in einem Stall

Lamm

Schüler laufen durch Schafe.

Betriebsführung

Wie wertvoll ist Merinowolle?

Schüler stehen um einen Mann, der etwas über Wolle erklärt

Lernstation "Schafwolle"

An der nächsten Station ging es um die Wolle. Die Kinder sollten die geschorene Merinowolle anfassen und beschreiben, wie sie sich anfühlt. Fettig und klebrig lautete das einheitliche Urteil. Wegen des natürlichen Wollfetts Lanolin erklärte Eichhorn. Welche wertvollen Eigenschaften Merinowolle hat, etwa temperaturregulierend oder feuerbeständig, erarbeiteten die Kinder mit ihrem Lehrer Jens Sobotta. Außerdem hatten sie die Aufgabe, Fotokarten in der richtigen Reihenfolge zu sortieren, die den Wollverarbeitungsprozess bis zum fertigen Pullover zeigen.
Personen stehen um einen Sack, der mit geschorener Schafwolle gefüllt ist

Nützliche Eigenschaften

Personen hält geschorene Wolle in der Hand

Haptische Wahrnehmung

Kinder legen Karten ab

Richtige Reihenfolge

Personen stehen um eine Bierbank, auf der Fotokarten liegen

Wollverarbeitungsprozess

Was fressen Schafe?

Dass Schafe zu den Wiederkäuern gehören, wussten nicht alle Kinder. Genau wie Rinder besitzen Schafe ein komplexes Verdauungssystem, das aus drei Vormägen und einem Hauptmagen besteht. Um die Schafe füttern zu können, mussten die Schülerinnen und Schüler selbst anpacken. Vor dem Stall luden sie im Fahrsilo einen Schubkarren voll mit Silage. Der Geruch des durch Milchsäuregärung konservierten Feuchtfutters war nicht jedermanns Sache. Zurück im Stall durften die Kinder eine Futterration abwiegen, mischen und schließlich verfüttern.
Kinde hält ein Schaubild in der Hand.

Schaubild der Mägen

Kinder stehen in einem Fahrsilo.

Silofutter

Mädchen kehrt mit einem Besen.

Kehren

Mädchen fährt einen Schubkarren.

Schubkarren schieben

Kinder stehen um einen Biertisch auf welchem Heu steht.

Futterration mischen

Nahaufnahme von Silofutter

Silage

Schüler lhatten viele Fragen

Fragen

Schafe

Herde

Ein Tag mit vielen Eindrücken

Kinder beugen sich über Zaun und streicheln Schafe im Stall.

Schafe streicheln

Erst vor einem Jahr hat sich die Schäferei Eichhorn als "Erlebnis Bauernhof" qualifizieren lassen. Vielen Klassen konnte Matthias Eichhorn bereits einiges über die Arbeit und Aufgaben einer Schäferei näherbringen – so wie an diesem Tag den Realschülerinnen und Realschülern aus Schwabmünchen. Der Bezug zur Landwirtschaft fehle gerade bei Klassen aus Großstädten wie München, bedauert Eichhorn. Umso mehr freut er sich über Besucher, die über das Lernprogramm „Erlebnis Bauernhof“ nach Schernfeld kommen. Den Kindern hat es ebenfalls gefallen: Der Tag sei wie „verlängerte Osterferien“ gewesen, waren sie sich abschließend einig und die Lehrer meinten, dieser Besuch sei der Höhepunkt der Schullandheimwoche.

Wo können sich Lehrkräfte informieren?

Eine Nase eines Schafes.

Schäferei

Auskünfte zu den gelisteten Bauernhöfen, deren Lernprogramme und Teilnahmebedingungen sowie Anmeldemöglichkeiten finden Lehrkräfte unter www.erlebnis-bauernhof.bayern.de und beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Ingolstadt-Pfaffenhofen.

Ansprechpartnerin

Sonja Fäustlin
AELF Ingolstadt-Pfaffenhofen a.d.Ilm
Auf der Schanz 43a
85049 Ingolstadt
Telefon: 0841 3109-2312
Fax: +49 841 3109-2444
E-Mail: poststelle@aelf-ip.bayern.de
Kinder beugen sich über Zaun und streicheln Schafe im Stall.

Geduld und Ruhe

Das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus übernimmt einmalig die Kosten des Besuchs für die Jahrgangsstufen von der 2. bis zur 4. Klasse sowie noch einmal in der Sekundarstufe von der 5. bis zur 10. Klasse. Bei Förderschulklassen und Deutschklassen können alle Jahrgangsstufen teilnehmen. Die Teilnahme am Programm ist ganzjährig möglich, die Aktiv-Wochen finden einmal im Jahr statt.

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