Praxisnahe Informationen
Knapp 100 Interessierte besuchen Pflanzenbautag in Lampertshofen

Person hält einen Vortrag vor vielen Leuten

Referent Karl-Josef Lindl

Die traditionellen Pflanzenbautage des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Ingolstadt-Pfaffenhofen finden im Januar 2026 als Kombination aus einer Online-Veranstaltung und fünf Präsenzterminen statt. Nach der Auftaktveranstaltung in Schönesberg, Landkreis Neuburg-Schrobenhausen, folgte die Veranstaltung in Schernfeld, Landkreis Eichstätt und in Lampertshofen, Landkreis Neuburg-Schrobenhausen. Letztere befasste sich im Schwerpunkt mit dem Thema Kartoffeln.

Knapp 100 Interessierte folgten der Einladung nach Lampertshofen. Nach der Begrüßung durch die Behördenleiterin des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ingolstadt-Pfaffenhofen (AELF IP) Petra Praum machte Referent Karl-Josef Lindl, ebenfalls vom AELF IP, den Anfang. Der Pflanzenbauberater referierte zum Thema EDV-gestützte Programme in Düngung und Pflanzenschutz.

Elektronische Aufzeichnungspflicht

Zwei Personen stehen mit einem Mikrofon in der Hand in einem Saal

Referenten AELF Ingolstadt-Pfaffenhofen

Die Digitalisierung schreitet im Bereich Düngung und Pflanzenschutz voran. Die Pflanzenschutzdokumentation ist ab 01.01.2027 nun in elektronischer Form verpflichtend, so Lindl. Handschriftliche Aufzeichnungen dürfen nur noch im Jahr 2026 vorgenommen werden. Alternativen seien notwendig. Lindl stellte einige Möglichkeiten vor. Die Dokumentation kann mit Hilfe verschiedener EDV-Programme erfolgen. Welches sich für den jeweiligen landwirtschaftlichen Betrieb eigne, müsse jeder Landwirt für sich entscheiden, schloss Lindl seinen Vortrag.

Nächster Programmpunkt Bodenbearbeitung

Person hält einen Vortrag und steht vor einer Leinwand

Referent Martin Gruber

Beim folgenden Fachvortrag von Landwirtschaftsdirektor Martin Gruber vom AELF IP ging es um das Thema Bodenbearbeitung vor Kartoffeln. Gruber gab Empfehlungen zum Einsatz verschiedener mechanischer Geräte und zum zeitlichen Ablauf der Bodenvorbereitung. Er plädierte für den Zwischenfruchtanbau und erläuterte im Vortrag, dass dieser zu einem Mehrertrag führe. Zudem sprach Gruber über den „Drahtwurm“. Dieser, könne im Entwicklungsstadium Ei bzw. Minilarve durch gezielte Bodenbearbeitung bekämpft werden. Der Referent hatte noch einen weiteren Hinweis zur Bodenbearbeitung: „Feuchter Boden im Herbst sollte möglichst mit nur einer Überfahrt im Herbst bearbeitet werden. Denn jede Spur verdichtet den Boden. Dadurch kann die Kartoffel im Folgejahr enthaltenes Wasser sowie Nährstoffe nicht vollständig aufnehmen, was den Ertrag der Kartoffel schmälert.“, erklärte Gruber weiter.

Über Feldhygiene und Spurenelemente

Person hält einen Vortrag und steht vor einer Leinwand

Referent Christian Bürle

Im Anschluss teilte Christian Bürle vom Erzeugerring Südbayern seine Erfahrungen aus der Kartoffelberatung. Bürle ging auf die Bodenanalyse ein und riet dazu, den Magnesiumwert bei einer Analyse mitbestimmen zu lassen. Denn nicht nur Kupfer, Zink und Bor seien Spurenelemente mit wichtigen Funktionen beim Kartoffelanbau. Er brachte auch das Thema Bodenstruktur zur Sprache. Überlockerte Böden blockieren die Aufnahme von Mangan, es komme zu einer Unterversorgung, so Bürle. Außerdem referierte er über den von Schnecken verursachten Schaden. Die tierische Beschädigung bei der Ernte 2025, mit bayerischer Herkunft, summierte sich im Extremfall auf 21%, fasste er schließlich zusammen. Grundsätzlich sei festzuhalten, dass man die Kartoffelpflanze in ihrer Gesamtheit beurteilen soll, um zu erkennen, wo die Probleme liegen, so Bürle. Martin Gruber ergänzte noch, dass es kein Patentrezept für Bodenhygiene gebe und es auf die jeweilige Ausgangssituation ankäme.

Von Adorata bis Wega

Vollbesetzter Saal einer Gastwirtschaft

Knapp 100 Interessierte folgten der Einladung

Nach einer Pause stellte Jonas Weng vom AELF Augsburg die Ergebnisse der amtlichen Sortenversuche von Kartoffeln vor. Erfasst wurden beispielsweise Knollenertrag, Marktwarenertrag, Stärkegehalt oder Mängel. Weng stellte in seinem Fachvortrag besonders seine Beobachtungen aus dem Jahr 2025 dar.

Pflanzenschutzeinsatz

Person arbeitet an einem Laptop

Referent Albert Höcherl

Die Veranstaltung schloss mit Versuchsergebnissen und Empfehlungen zum Pflanzenschutzmitteleinsatz in Getreide und Kartoffeln. Referent Albert Höcherl vom AELF Augsburg informierte die Teilnehmer über aktuelle Entwicklungen und Neuigkeiten.
Nach dem offiziellen Teil nutzten die Landwirte anschließend die Gelegenheit zum Austausch

Die Veranstaltungsreihe endet am Mittwoch, 28.01.2026 • 9.00 bis 12.30 Uhr in Paulushofen im Landkreis Eichstätt.