Erlebnis Bauernhof auf dem Biobetrieb Reil
Studenten der KU Eichstätt-Ingolstadt durchlaufen Lernprogramm
Zoombild vorhanden
Besichtigung Acker
Lehramtsstudentinnen und Lehramtsstudenten der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt erhielten im Rahmen des Lernprogramms Erlebnis Bauernhof einen tiefen Einblick in die biologische Landwirtschaft. Sie waren zu Gast auf dem Biohof von Anna und Matthias Reil in Oberhausen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen. Dabei erfuhren die angehenden Lehrkräfte viele Details über die Chancen und Risiken von ökologisch geführten Landwirtschaftsbetrieben. Bio-Kartoffelanbau, Bio-Speisegetreideanbau und Bio-Hühnerhaltung waren die Themen des Vormittags.
Betrieb mit Geschichte
Zoombild vorhanden
Zwei Generationen
Erst vor wenigen Wochen feierte der Hof sein 35-jähriges Bio-Jubiläum. Im Nebenerwerb bewirtschaften Anna, gelernte Hotelfachfrau, und Matthias, gelernter Kfz-Mechatroniker, den Hof. Bei der Begrüßung der Gäste auf dem Betrieb, erzählen die beiden, dass es früher Milchkühe auf dem Hof gab. Da es nur wenige waren, rentierte sich dies auf lange Sicht nicht. Heute setzt der Betrieb auf Gemüse, vorwiegend auf Kartoffeln. Zwiebeln, Obst, Soja, Speisegetreide und Eier runden das Angebot ab. Um nicht vom Handel abhängig zu sein, verkaufen die Reils ihre Ernte direkt ab Hof. Im hofeigenen Kartoffelkeller lagert die Ernte kühl und dunkel. Mit den Schulklassen, die am Betrieb der Reils das Lernprogramm „Erlebnis Bauernhof“ durchlaufen können, geht die Bäuerin nach der Begrüßung direkt auf den Acker, sagt Anna Reil und fordert die Studenten auf, ihr zu folgen.
In diesem Jahr „nur“ 15 Sorten Kartoffeln anstatt 30
Zoombild vorhanden
Unter Kartoffelpflanzen
Nach einem kurzen Fußmarsch steht die Gruppe auf dem Kartoffelacker. Auf nicht ganz einem Hektar baut Familie Reil das Nachtschattengewächs an. Sie setzen auf verschiedene Sorten. „Vergangenes Jahr waren es 30 Sorten, heuer haben wir auf 15 Sorten reduziert. Mit der großen Sortenvielfalt heben wir uns von der Masse ab“, erklärt Matthias Reil. „Die intensive Arbeit lohnt sich. Die Rückmeldungen der Kunden sind positiv“, ergänzt Anna Reil. Angebaut wird mit dem All-in-one-Legeverfahren. Das Verfahren kombiniert drei Arbeitsschritte in einem einzigen Arbeitsgang: Saatbett vorbereiten, Kartoffellegung und Dämme anhäufen. Das spart Zeit, die in die Beikrautbekämpfung investiert werden muss. Hier geht Vieles manuell vonstatten. Im biologischen Anbau sind nur wenige Mittel für den Pflanzenschutz erlaubt. Gegen die Larven des Kartoffelkäfers kann z.B. Neemöl eingesetzt werden. „Pflanzenschutz bzw. Schädlinge beschäftigen eine Biobäuerin und einen Biobauern immer“, betont Anna Reil.
„Das beschäftigt eine Biobäuerin immer“
Zoombild vorhanden
Wie frische Erde riecht
Wenn Schulklassen auf den Acker kommen, dann hat die Bäuerin etwas Hilfe bei der Schädlingsbekämpfung. Sie teilt den Schülerinnen und Schülern Eimer aus, und die Kinder rennen los und sammeln Kartoffelkäfer von den Pflanzen ab. „Die Kinder wollen helfen und dürfen gerne anpacken.“ Für die Studenten hat sie an dieser Stelle einen Tipp parat. „Keine Sorge vor der Dynamik, die sich entwickelt; lassen Sie die Kinder ruhig laufen und sich austoben. Geben Sie dem Bewegungsdrang nach.“
Dann kann wieder Ruhe einkehren, etwa wenn die Bäuerin etwas über die Erde auf dem Acker erklärt. „Erde muss riechen“, erklärt Anna Reil und hält den Studenten zwei Hände voll Erde hin, damit sie sich selbst überzeugen können. „Genau darum geht es beim Lernprogramm Erlebnis Bauernhof“, betont Sonja Fäustlin, die Ansprechpartnerin für das Programm am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ingolstadt-Pfaffenhofen ist. „Die Schülerinnen und Schüler sollen mit allen Sinnen Landwirtschaft erfahren; dazu gehören Sehen, Riechen, Schmecken genauso wie Anpacken und Mithelfen“, so Fäustlin weiter.
Zum Thema Pflanzenschutz erklärt Matthias Reil, dass deshalb die Fruchtfolge von Bedeutung sei. Damit kann der Kartoffelkäfer auf natürliche Weise in Schach gehalten werden. 400 Meter Abstand zwischen zwei Kartoffeläckern plus vier Jahre Pause zwischen dem Anbau der Kartoffeln, ist eine Möglichkeit.
Dann kann wieder Ruhe einkehren, etwa wenn die Bäuerin etwas über die Erde auf dem Acker erklärt. „Erde muss riechen“, erklärt Anna Reil und hält den Studenten zwei Hände voll Erde hin, damit sie sich selbst überzeugen können. „Genau darum geht es beim Lernprogramm Erlebnis Bauernhof“, betont Sonja Fäustlin, die Ansprechpartnerin für das Programm am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ingolstadt-Pfaffenhofen ist. „Die Schülerinnen und Schüler sollen mit allen Sinnen Landwirtschaft erfahren; dazu gehören Sehen, Riechen, Schmecken genauso wie Anpacken und Mithelfen“, so Fäustlin weiter.
Zum Thema Pflanzenschutz erklärt Matthias Reil, dass deshalb die Fruchtfolge von Bedeutung sei. Damit kann der Kartoffelkäfer auf natürliche Weise in Schach gehalten werden. 400 Meter Abstand zwischen zwei Kartoffeläckern plus vier Jahre Pause zwischen dem Anbau der Kartoffeln, ist eine Möglichkeit.
Was braucht der Boden
Zoombild vorhanden
Viele Informationen
Da die Studenten über keinen landwirtschaftlichen Hintergrund verfügten, war das Interesse groß. Das Ehepaar Reil hatte viele Fragen zu beantworten. Studentin Verena fiel auf: „Wenn ihr erzählt, merkt man deutlich, dass ihr den Boden als euer Kapital versteht – aber woher erkennt ihr, was der Boden braucht?“ Oft würde es die Farbe verraten, meinte die Bäuerin. Wenn Getreide etwa nicht mehr sattgrün sei, sondern hellgrün, könne das an einer Unterversorgung liegen, so Anna Reil. Deshalb sei es wichtig, auf die angesprochene Fruchtfolge zu achten. Durch Kleegras als Zwischenfrucht lasse sich der Stickstoffspeicher der Erde wieder auffüllen. Der Klee durchwurzelt den Boden, und die Knöllchenbakterien, die sich an den Wurzeln befinden, fixieren den Stickstoff, der aus der Luft gebunden wird. Bodenruhe sei ebenfalls ein wichtiges Mittel, ergänzt Matthias Reil. Außerdem sollte der Acker schonend bearbeitet werden. Große und schwere Maschinen kommen bei den Reils nur zum Einsatz, wenn die Witterung passt.
„Federn im Auslauf sind ein gutes Zeichen“
Zoombild vorhanden
Keine Berührungsängste
Gleich neben dem Acker befindet sich der mobile Hühnerstall der Reils. 60 Hennen und zwei Hähne leben hier auf Kleegras. Die Tiere sind sogenannte Zweinutzungshühner. Das bedeutet, dass sie sowohl für die Eierproduktion als auch für die Mast geeignet sind, erklären die Betriebsleiter. Im Alter von etwa sechs Monaten sind die Hennen legereif. Mit eineinhalb Jahren werden die Hühner in der Regel geschlachtet. Etwa um diesen Zeitraum kommen die Hennen in die natürliche Mauser und erneuern ihre Federn. In dieser Zeit stellen sie die Eiablage ein, erklärt Anna Reil. Die Federn, die im Augenblick zwischen dem Stroh zu finden sind, seien ein gutes Zeichen und bedeute, dass es den Hennen an nichts mangle.
Theodor kommt am Schluss zum Einsatz
Zoombild vorhanden
Aufklärungsarbeit Speisegetreide
Am Ende des Vormittags auf dem Hof, hatte Kissen „Theodor“ seinen Auftritt. Das Kissen stellt einen Keimling eines Getreidekorns dar, der über Speisegetreide aufklärt. „Theodor“ zeigt, dass die Fruchtschale eines Getreidekorns wertvoll für die Ernährung ist, da sie reich an Ballaststoffen ist, die die Verdauung anregen und die Darmtätigkeit fördern, erklärt Anna Reil. Es kommt im Lernprogramm „Getreide vom Feld auf meinen Teller“ zum Einsatz. Insgesamt bietet der Biohof Reil vier verschiedene Lernprogramme für Schulklassen an.

