Naturschutz und Landschaftspflege in der Praxis
Sommerschultag der Landwirtschaftsschule Pfaffenhofen am Eichelberg

Personen sitzen auf der Ladefläche eines TransportersZoombild vorhanden

Studierende des 2. Semesters

Am 16. Juni 2026 nahmen die Studierenden des 2. Semesters der Dr. Eisenmann-Landwirtschaftsschule Pfaffenhofen a. d. Ilm im Rahmen des Schulfaches „Naturschutz & Landschaftspflege“ an einem praktischen Sommerschultag teil.

Mit allerlei Werkzeug im Gepäck ging es Richtung Eichelberg bei Geisenfeld, im Landkreis Pfaffenhofen. „Ziel ist es, Kenntnisse zur Förderung der Biodiversität praktisch anzuwenden und mit Partnern aus Forschung und Verwaltung vor Ort zu üben“, erklärte Karl-Josef Lindl, Lehrer an der Landwirtschaftsschule Pfaffenhofen, der die Studierenden begleitete.

Naturschutzfachliche Maßnahmen

Hinweistafel auf einem LehrpfadZoombild vorhanden

Hinweistafel

Zu Beginn stellte Projektleiter Dr. Florian Weihrauch von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) die Biodiversitätskulisse am Eichelberg vor; unterstützt wurde er dabei von Constantin Weber vom Hopfenforschungszentrum Hüll. Sie erläuterten die seit 2018 umgesetzten Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt auf dem rund 85 Hektar große Gebiet, das von Hopfenflächen umgeben ist. 15 Schautafeln entlang des Weges machen die Öffentlichkeit auf die Maßnahmen sowie die vorkommenden Arten aufmerksam.
Für die praktischen Arbeiten hatten die Schülerinnen und Schüler Werkzeuge wie Spaten und Schaufeln, Motorsensen, Motorsägen, Akkubohrschrauber und Autoanhänger mitgebracht. In vier Gruppen eingeteilt, setzten sie verschiedene naturschutzfachliche Maßnahmen um.

Vier Gruppen – vier Aufgaben

Personen arbeitet mit einem Freischneider auf einem FeldZoombild vorhanden

Pflege Grünflächen

Gruppe eins war für die Pflege mit der Motorsense zuständig. Grünflächen rund um die Schautafeln wurden gemäht, außerdem wurden Steinhaufen freigeschnitten, um sonnige Plätze für Eidechsen zu erhalten. Eine zweite Gruppe war mit der Anlage eines Totholzhaufens betraut. Die Studierenden entasteten einen Nussbaum eines Hopfenbauern und zerteilten ihn in etwa 1 Meter Stücke. Per Autotransporter brachten ihn die jungen Landwirtinnen und Landwirte zum Lehrpfad. Der so entstandene Totholzhaufen dient als Lebensraum und Winterquartier für Insekten und Amphibien. Das Anlegen von Sandlinsen für Wildbienen stand ebenfalls auf dem Programm. Auf einer Blühfläche zogen die Studierenden sandigen Rohboden bis circa 20 cm ab. Anschließend schütteten sie diesen auf. Solche Sandlinsen sind wichtige Nistplätze, in denen Wildbienen ihre Brutröhren graben. Eine weitere Gruppe baute einen Unterstand für den Ameisenlöwen, einem streng geschützten Nützling aus der Ordnung der Netzflügler. Der Unterstand hilft, den Sand trocken zu halten, so dass die Tiere ihre charakteristischen Trichterwände bauen können, welche tödliche Fallen für Ameisen und Raupen darstellen.

Zum Abschluss des Vormittags stand noch ein Gemeinschaftsprojekt an. Alle Teilnehmenden des Sommerschultags bauten zusammen ein großes Insektenhotel. In Teamarbeit sammelten sie Äste, Zapfen und weiteres Material und befüllten das Hotel. Es fand seinen Platz an einer großen Eiche, gleich zu Beginn des Pfades.

Hopfenbau und Artenschutz

Nach praktischer Arbeit erhielten die Studierenden Einblicke in die biologische Bekämpfung von Spinnmilben im Hopfenbau. Dr. Florian Weihrauch erläuterte Möglichkeiten zur Förderung natürlicher Gegenspieler, begleitet von praktischen Erfahrungen mit beteiligten Landwirten.

Artenvielfalt und Förderprogramme

Personen stehen im Wald an einem BiotopZoombild vorhanden

Oberstimmer Schacht

Am Nachmittag stand ein Besuch im Naturschutz- und Fauna-Flora-Habitat (FFH) Gebiet Oberstimmer Schacht auf dem Programm. Tobias Hennige, Biodiversitätsberater am Landratsamt Pfaffenhofen, informierte über die dort vorkommende Artenvielfalt und über mögliche Förderprogramme. Wie etwa das Vertragsnaturschutzprogramm als Instrument zur Umsetzung von Maßnahmen.

Artenschutz – Auftrag vieler Partner

Der Sommerschultag verknüpfte theoretische Informationen mit praktischen Tätigkeiten und zeigte eindrücklich, was Schulen, Forschungseinrichtungen, Verwaltung und Landwirte gemeinsam zum Schutz der Artenvielfalt beitragen können.